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Pressemitteilung vom 02.08.2017

Die Brenzbahn befördert keine Rollstuhlfahrer mehr

Seit Samstag, den 29. Juli 2017, werden mit der Brenzbahn wieder keine Rollstuhlfahrer befördert.
DB Regio Ulm hat auf der Strecke zwischen Aalen und Ulm, wie zu  Zeiten des "Großen Verkehrsvertrages", Oldtimer-Triebwagen der Baureihe 628 im Einsatz. Rollstuhlfahrer können in diese hochflurigen Fahrzeuge wegen der zahlreichen Stufen in den Eingängen nicht verladen werden.
Die in Baden-Württemberg eingesetzten VT 628er sind nie mit einer fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe (handverlegbare Rampe) ausgerüstet worden.

Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, setzt DB Regio Ulm/RAB die, eigens für die Brenzbahn beschafften, barrierearmen Talent - Triebwagen (VT 644) derzeit in der Region um Sigmaringen ein.
Dort hätten sich Fahrgäste über die schwierige Fahrradverladung bei Oldtimer-Triebwagen beschwert.
Rollstuhlfahrer, die Ihre Fahrt mit der Brenzbahn rechtzeitig bei der Mobilitätsservicezentrale der DB angemeldet hatten, wurden vorab nicht über die neuen, exklusiven Zustände informiert. Nach telefonischer Rücksprache bot DB Regio Ulm nun Rollstuhlfahrern an, sich selbst ein rollstuhltaugliches Taxi zu organisieren. Ein Taxischein läge am Ulmer Bahnhof bereit. Offenbar gelingt es dem DB-Service selbst nicht, zeitnah ein geeignetes Taxiunternehmen für einen barrierefreien Ersatzverkehr zu finden. Zu oft sind Taxirechnungen erst nach Monaten von der Bahn beglichen worden.

Die Bahn verschleiert die miesen Bedingungen für Rollstuhlfahrer auf der Brenzbahn in ihren DB-Online-Reiseauskünften: Auf die sonst übliche Warnung, daß Fahrzeuge ohne behindertengerechte Einrichtung im Einsatz sind wird verzichtet. Allerdings fehlen die Hinweise, daß das Fahrzeug mit einer Einstiegshilfe ausgestattet ist.

Das Lots*innen Netzwerk ist ein Projekt des ZsL Stuttgart und wird gefördert im Rahmen des Programms "Inklusionsbegleiter" der Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit der Lechler Stiftung.